Hymne an eine Wurzel


Manchmal, da tauchen Seelenverwandte auf. Es ist berührend, wenn man plötzlich auf uraltes Wissen stösst, das einem gar nicht so fremd ist.
Mein Gedicht von der Wurzel, ursprünglich in Mundart geschrieben, ist eines meines ältesten. Ich habe es geschrieben, als ich ungefähr 20-ig Jahre alt war. Lange beovor ich die Worte von Rumi las.

Wurzelgedanken

Und glaube ja nicht, dass der Garten im Winter seine Ekstase verliert. Er ist still. Aber die Wurzeln sind aufrührerisch ganz tief da unten.
Rumi (persischer Dichter und Mystiker, 1207-1273)

Hymne an eine Wurzel

Und wenn
die Blüte
zu ihrer Schönheit
entgegenstirbt,
lebt die Wurzel
umso stärker weiter.

In ihrem stillen Kämmerlein.
lebt sie beharrlich
ihren Frühlingstraum,
bricht auf,
der Sehnsucht entgegen,
damit nächstes Jahr
neues Licht
blühen kann.

PS: Ich frage mich, ist Rumi ein verkappter Gärtner oder steckt in mir doch ein Mystiker?


Hinterlasse einen Kommentar

Entdecke mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen