Frede esch

Wenn Du statt Hass
Liebi saisch,
wenn Du statt Fend
Frönd zom andere seisch.

Wenn statt der Starki
dä Schwachi gwönnt,
wenn statt Gwehrfüür
en Cherzäflamme brönnt.

Wenn en Frau statt als domm
als Mönsch werd behandelt,
wenn en Raupe statt sterbt
sech zom Falter verwandelt.

Wenn Du statt verurteilsch
versuechsch z’verstoh,
wenn Du statt vorbigosch
bim Suechender blibsch stoh.

Wenn Du statt schlosch
dä Fend i d’Arme nemsch,
wenn Andersdankendi statt als Spenner
si aluegsch als Mönsch.

Wenn Du statt Rollstuehl
sis Ennere gsesch,
wenn Du statt truurig
glöcklech besch.

Wenn mer läbt statt en Striit
en steller Harmonie,
wenn das Gedecht statt Troum
werd Werklechkeit si.

(1982)


Ein Gedanke zu „Frede esch“

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