Herbst

Und wenn
die Wildgänse ziehen,
weiss ich,
dass auch unser
Abschied naht.
Unser Zusammensein
trägt schon das Herbstkleid.
Bevor das letzte Blatt fällt,
mal ich in Gedanken
dich zur Unsterblichkeit.
Der Herbstwind mahnt
zum Aufbruch.
Ein letztes warmes Lächeln,
ein letzter zärtlicher Händedruck.
ich schau dir nach,
bis du nur noch
Erinnerung bist.

Dieses Gedicht, Herbst, wurde in die Anthologie der Brentano- Gesellschaft, Frankfurt, aufgenommen. Diese Edition  wird in grösseren Staatsbibliotheken, wie Wien, Paris, Berlin, Washinghton, etc. aufgelegt. Das Gedicht ist auf Seite 862 abgedruckt:


Reisefieber

Ich reise so gerne in die weite Ferne
bin ein Staunender unter Vielen,
gehe verschlungene, unbekannte Pfade,
bin Marco Polo oder Kolumbus,
und kehr dann doch
gerne wieder nach Hause zurück.

Stolz promeniere ich den Boulevard entlang,
bin ein Geniesser unter Zufriedenen,
bin Sophia Loren oder Greta Garbo,
bin James Dean oder Humphrey Bogart,
und fühl mich doch
am Wohlsten in meiner eigenen Haut.

Ich versuch’s in deiner Sprache
ein Wort im babylonischen Gewirr,
ich rede Englisch, Französisch
e un po d’italiano,
und merk doch,
es ist dein Lächeln, das ich verstehe.

Ich atme fremde Düfte ein,
spüre eine Rose im Blütenmeer,
bin offenen Sinnes und wachen Geistes,
der Alltag entschwebt in den Sternen,
und weiss doch,
er bleibt bei mir.

Ich komme aus der weiten Ferne
heim ins vertraute Nest,
ein Dankeschön aus vielen Erinnerungen,
der Koffer voller Souvenirs
und unerreichbaren Träumen,
und spür doch,
einer wird mir gelingen.

Freund Hein

M

it leisen, sachten Schritten
zieht Freund Hein übers herbstgoldene Land;
du spürst ein Zittern
und zärtlich seine Hand
und hörst ihn sagen komm,
von nun an
bist du mein.
Du hältst den Atem an,
fühlst dich, Falter gleich,
mit dem Lichte fortgetragen
und warm und weich
strömt es in dich hinein.
Um dich Stille, Ruh,
doch aus unbekannten Fernen
erklingen märchenhafte Weisen,
führen dich zu
den Sternen hin.
Mit sachten, leisen
Flügelschwingen ziehst du
sterbend gegen den Himmel zu;
fühlst dich befreit und leicht
und merkst vielleicht,
wie schön das Leben war.