Ich sage Danke an dieser Stelle
für das kleine Samenkorn,
ein unscheinbarer Hauch bloss,
ein leises Erbarmen.
Und doch, es wächst, wird gross-
eine reiche Ernte halte ich in den Armen.
Ich sage Danke an dieser Stelle
für den glänzenden Regentropfen,
ein Wunder voller Farben,
er schenkt Leben im Kleinen.
Und für den kleinen Sonnenstrahl,
der mich neckisch an der Nase kitzelt.
Ich sage Danke an dieser Stelle
für den Frühling, der meinen Kokon sprengt,
für den Sommer, mit seinen langen Nächten
und seiner unbeschwerten Fröhlichkeit,
für den Herbst, der mir seine
Lebensfülle gibt und für den
Winter, der mich zur Stille einlädt.
Ich sage Danke an dieser Stelle
für das Kind, das mich zum Staunen bringt,
für den Teenager mit seinem
unbändigen Drang zum Leben,
und für den Menschen an meiner Seite,
der mein Leben mit all seinen Facetten teilt.
Ich sage Danke an dieser Stelle
für mein Leben mit all seinen
Höhen und Tiefen, mit seinen
vielen unerwarteten Wendungen,
es gewinnt wohl nie einen Schönheitspreis,
doch ich liebe es, es ist meines.
Ich sage Danke an dieser Stelle
für jede Falte im Gesicht,
jede einzelne ist eine Lebensspur
aus gelebten Tagen und erfüllten Träumen,
sie zeigen mir, das Leben ist schön,
trotz dem vielen, das Narben hinterlässt.
Ich sage Danke an dieser Stelle
für den Gevatter Tod,
er lässt mich nicht allein:
Wenn ich diesen letzten Schritt gehe,
nimmt er mich an der Hand
spricht er mein Amen,
wenn ich verstumme.